Im Schumannjahr ehren Konstantin Zvyagin (Klavier) und Dr. Ulrike Kienzle (Text) den Komponisten mit einem musikalisch-literarischen Abend. Sie präsentieren Kompositionen von Robert Schumann (1810-1856) zu ausgewählten Passagen aus Briefen, Gedichten und Erzählungen. Der Abend beleuchtet die dunklen und visionären Seiten eines Komponisten, der zwischen künstlerischer Ekstase und seelischem Abgrund lebte.
In Anlehnung an E.T.A. Hoffmanns Erzählungen beginnt das dreiteilige Programm literarisch mit Schumanns "Nachtstücken". Schumann war damals 29 Jahre alt und litt bereits unter seelischen Schwankungen. Zehn Jahre später, im Revolutionsjahr 1848/1849, vertonte er das Gedicht "Manfred" des englischen Schriftstellers und Freiheitskämpfers Lord Byron. Diesem, von Zvyagin musikalisch bearbeiteten Psychodrama ist Schumanns zunehmende Seelenverdunklung bereits anzumerken: Manfred, der Titelheld, wird von einer nicht näher erklärten Schuld umgetrieben. Er ruft die Geister zu Hilfe, verweigert aber Abhängigkeit und stirbt zuletzt, ohne dass ihm Erlösung zuteilwird. Das dritte Stück mit dem Titel "Geistervariationen" schrieb er zwei Jahre vor seinem Tod. An Wahnvorstellungen leidend, glaubte er sich von Geistern umgeben und führte die Inspiration für diese Komposition, die seine letzte war, auf Engelsstimmen zurück.
Location:
LiteraturhausKasinostraße 3
64293 DarmstadtWeitere Events mit diesem Titel, in dieser Location, an diesem Datum anzeigen.
Veranstalter:
Chopin-Gesellschaft

