
Musikalische Märchen zu vier Händen
Mit den Pianisten Sabine Simon und Konstantin Zvyagin und dem Cellisten Romain Garioud gestalten drei international erfahrene Musikerpersönlichkeiten das Kammerkonzert im Großen Saal des Kreishauses.
Auf dem abwechslungsreichen Programm stehen Werke vom Maurice Ravel (1875-1937), Pjotr Tschaikowski (1840-1893), Fryderyk Chopin (1810-1849) und Sergei Prokofjew (1891-1953).
Den ersten Teil des Abends widmen die Pianisten vierhändig der Märchensuite "Ma Mère l'Oye" (Mutter Gans) von Ravel und Tschaikowskis "Nussknacker"-Suite, einer Essenz des gleichnamigen Balletts. Während Ravel seine fünfteilige Serie rund um Dornröschen und den kleinen Däumling für die Kinder seiner Freunde schrieb, fühlte sich Tschaikowski von E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Nussknacker und Mäusekönig" in der Bearbeitung von Alexandre Dumas inspiriert. Sowohl Ravels "Mutter Gans" als auch Tschaikowskis "Nussknacker" werden für ihre anschauliche Vertonung der Märchenbilder geschätzt.
Auch Chopins "Grand duo concertant" führt in eine fantastische Welt. Ausgehend von Giacomo Meyerbeers gruselig-romantischer Oper "Robert le diable" (Robert der Teufel) entwickelte er gemeinsam mit seinem Freund, dem Cellisten Auguste-Joseph Franchomme, das Duo, wobei Chopin den Klavierpart und Franchomme die Cellopassagen übernahm. Entstanden ist ein virtuoses Wechselspiel zwischen den beiden Instrumenten, das den Ruf eines brillanten Konzertstücks genießt.
"Ein wundersames Stück Musik" nannte der Komponist Nikolai Mjaskowski Prokofjews Sonate für Cello und Klavier in C-Dur op. 119. Die 1949 entstandene Sonate wurde 1950 uraufgeführt. Heute zählt sie zu den bedeutenden Werken der Celloliteratur. Geschrieben hat Prokofjew die Sonate für den begnadeten Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, von dessen virtuosem Spiel er begeistert war.
Freunde der Kammermusik dürfen sich auf einen abwechslungsreichen Abend mit erstklassigen Künstlern freuen.
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