Die Darmstädter Künstlerin Katharina Sommer bewegt sich mit ihrer Arbeit an der Schnittstelle von Fotografie, Textilkunst und malerischer Geste. Im Zentrum ihres Schaffens steht der Mensch – nicht als Individuum alleine, sondern als Träger archetypischer Erfahrungen, die Zeit und Kontext überdauern. Der Umgang mit Stoff, Faden und Oberfläche ist für sie eine künstlerische Form des Denkens: eine taktile Annäherung an Bilder und Geschichte.
Den Ausgangspunkt ihrer Arbeiten bilden Fotografien aus Familienalben, Flohmarktfunden, Filmstills oder privaten Zusammenhängen. Für Sommer sind sie keine stummen Relikte, sondern offene Erzählräume, die dazu einladen, der Frage nachzugehen, wie Erinnerung ohne Kontext fortbesteht und wie sich dem Anonymen wieder Nähe und Bedeutung einschreiben lässt.
Ausgestellt werden Werke aus den letzten 20 Jahren ihres Schaffens, u.a. aus den Zyklen „Mugwomen“ (basierend auf historischen Polizeifotografien) oder ihre „Schleifenmädchen“.

